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Uhrenausstellung

Lenzkircher Uhrensammlung

Im Obergeschoss des Kurhauses Lenzkirch finden Sie in den Ausstellungsvitrinen zahlreiche Uhren aus der Glanzzeit der berühmten Lenzkircher Uhrenfabrik (AGUL).

Eine einmalige Sammlung wertvoller Exponate wurde vom Verein der Lenzkircher Uhrenfreunde e.V. zusammengetragen und ist im Obergeschoss des Lenzkircher Kurhauses zu bewundern.

Seit Integration der Sammlung Paula und Wolfgang Dilger im Jahre 2013 beherbergt die Ausstellung ca. 250 wertvolle Exponate aus der Glanzzeit der Lenzkircher Uhrenfabrik, die in 16 Ausstellungsvitrinen einen würdigen Platz gefunden haben.

Dazu kann man frühe Bilder, Originaldokumente, Kataloge etc. bewundern. Als ein ganz besonders exquisites Stück Lenzkircher Uhrmachertradition gilt die "Flötenuhr No. 1" von Jakob Ganter. Dieses nicht nur vond er Größe her beeindruckende Exponat fand erst vor wenigen Jahren den Weg zurück nach Lenzkirch. Die Uhr mit dem teilweise vergoldeten Schild spielt auf 42 Holzflöten acht verschiedene Melodien.

Geschichtlicher Abriss der AGUL in Lenzkirch

Am 31. August 1851 wurde die kleine, 1849 gegründete Uhrenfabrik "Schöpperle und Hauser" mit dem Kapital der Handelsgesellschaft Faller, Tritscheller u. Cie. sowie weiterer Investoren in die "Aktiengesellschaft für Uhrenfabrikation Lenzkirch" (AGUL) umgewandelt und der Betrieb auf die grüne Wiese ausgelagert.

Im Februar 1894 konnte das 1-Millionste Jubiläumswerk hergestellt werden, bereits im Mai 1923 das 2-Millionste. Insgesamt produzierte die AGUL in ihrer 80-jährigen Geschichte die stolze Zahl von über 2,6 Millionen verschiedenen Uhrwerken.

In kürzester Zeit entwickelte sich die AGUL durch Innovation, Ausstattung und Vielseitigkeit zu einem der führenden Uhrenhersteller. In ihrer Blütezeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts fertigten bis zu 650 Mitarbeieter Uhren mit einer Kollektion von mehreren hundert Mustern mit über 160 Werktypen. Die Lenzkircher Uhr fand man in vielen herrschaftlichen Häusern Europas.

Eine Anzahl von Auszeichnungen auf internationalen Ausstellungen (u.a. München 1854, London 1863, Paris 1867 und 1900, Chile 1875, Philadelphia 1877 und Barcelona 1888) dokumentieren die führende Stellung Lenzkirch und zeugen von dem hohen Standard der Qualität der Lenzkircher Uhr.

Nicht nur die Uhrenproduktion, sondern auch die Förderung der Region und soziales Engagement lag den Gründern der AGUL am Herzen. So entstand der Bau der Höllentalbahn und des Lenzkircher Krankenhauses unter ihrer Mitwirkung. Sie saß im Badischen Landtag, im Reichstag in Berlin und anderen politischen Institutionen und gesellschaftlichen Gremien und gestalteten so Gegenwart und Zukunft des Hochschwarzwaldes.

1927 erlosch die AGUL aus wirtschaftlicher Not und im Mai 1932 schloss die Uhrenfabrik Lenzkirch, nach einem kurzen Engagement der Firma Junghans aus Schramberg, endgültig ihre Pforten. Lenzkircher Uhren zeugen jedoch bis zum heutigen Tag in aller Welt von der ruhmreichen Epoche der kleinen Schwarzwaldgemeinde.